Der Umschlag von Schwergut

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Der Umschlag von Schwergut auf ein Seeschiff geschieht heute fast ausschließlich durch bordeigene Schwergutkrane bzw. durch Krane, die von dem Terminal gestellt werden.

In besonderen Fällen werden auch Schwimmkrane oder Mobilkrane hinzugezogen.

Die Anzahl der zu verwendenden Krane richtet sich zumeist nach der Nutzlast des Krans. Allerdings kann es auch bei leichten Kolli mit weit auseinanderliegenden Anschlagspunkten hilfreich sein, mit zwei Kranen zu arbeiten um das Ladungsstück besser handeln zu können.

 

Stabilität

Vor dem Umschlag von Schwergut gilt es sich Gedanken hinsichtlich der Stabilität der Anschlagvorrichtung zu machen.

Sollten sich die Anschlagpunkte des Kollo oberhalb seines Gewichtsschwerpunkts befinden kann jedoch von einer ausreichenden Stabilität ausgegangen werden.

Bei Anschlagvorrichtungen wird zwischen Primär- und Sekundäraufhängung unterschieden.

Als Primäraufhängung werden Anschlagmittel bezeichnet, die den Kranhaken direkt mit der Ladung bzw. mit Traversen verbinden.

Hierbei muss der Schwerpunkt der Ladung G deutlich unter dem Aufhängepunkt M bleiben um eine ausreichende Stabilität garantieren zu können.

Da durch die Kranbewegungen zusätzlich mit kurzzeitig auftretenden Querbeschleunigungen gerechnet werden muss, darf auch der seitliche Abstand der Anschlagspunkte zum Schwerpunkt nicht zu gering werden.

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Quelle: www.tis-gdv.de

 

Unter Sekundäraufhängung werden Anschlagmittel verstanden, die eine Traverse mit der Ladung verbinden.

Hierbei ist es besonders wichtig auf einen mittigen Schwerpunkt zu achten. Sollte sich dieser nicht mittig befinden und es zu einer Schräglage kommen, so wird die Sekundäraufhängung diese Schräglage weiter verstärken.

Des Weiteren ist zu beachten, dass sich der Schwerpunkt eines so aufgehängten Ladungsstücks virtuell nach oben verschiebt und zwar um die Länge der Sekundäraufhängung.

Daher sollte man sich immer für länge Primäraufhängungen und kurze Sekundäraufhängungen entscheiden.

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Quelle: www.tis-gdv.de

Dieses Prinzip wird im Beitrag „Verladung von 2 Liebherr Mobilkränen“ praktisch umgesetzt.

 

Umschlag mit einem Kran

 Auf den meisten Packstücken ist die Lage des Schwerpunkts durch ein einheitliches Symbol markiert.

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Den Schwerpunkt gilt es beim Umschlag der Ladung besonders zu beachten da er sich stets direkt unter dem Kranhaken einfinden wird. Daher ist bei der Wahl der Anschlagmittel darauf zu achten, dass das Ladungsstück möglichst horizontal angehoben wird. Bei einem außermittigen Schwerpunkt müssen somit die Stroppen auf der leichteren Seite, also die Seite die zuerst anhebt, zum Beispiel durch das Einfügen eines Schäkels verlängert werden.

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Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es sich um eine empfindliche Oberfläche handelt, welche nicht mit den Anschlagmittel in Berührung kommen soll. Hierbei empfiehlt es sich Traversen oder Spreizen zu verwenden.

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Besteht die Gefahr das Anschlagsmittel zum Beispiel durch die glatten Oberflächen der Ladung verrutschen können, wird diesem durch die Verwendung einer Längstraverse entgegengewirkt.

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Umschlag mit 2 Kranen

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es auch die Möglichkeit ein Schwerstück mit zwei Kranen zu Laden.

Dies geschieht zum Beispiel, wenn die Nutzlast eines einzelnen Krans nicht ausreichend ist bzw. wenn durch die benötigte Auslage die Nutzlast des Krans nicht vollständig abgerufen werden kann.

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Wenn kleine Ladungseinheiten auf Grund ihres hohen Gewichts mit zwei Kranen geladen werden müssen, liegen die Anschlagspunkte konstruktionsbedingt häufig sehr nah aneinander. Hierbei besteht die Gefahr, dass die Krannocken miteinander kollidieren.

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Hierbei können Schäden an den Kranseilen sowie den Auslegern entstehen. Um dieses zu verhindern, sollte mit einer Traverse gearbeitet werden die beide Kranhaken miteinander verbindet und somit für den nötigen Abstand sorgt.

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